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Der Imkerverein Neustrelitz e.V. wurde nach der politischen Wende erst am 04. November 1995 von 18 Mitgliedern offiziell neu gegründet. Er versteht sich laut Satzung als Rechtsnachfolger der Sparte Imker des schon 1990 selbst aufgelösten Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) der DDR. |
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Der Verein verfolgt das Ziel, die Imker zu befähigen, ihre Bienenvölker so zu führen, dass die Bienen gärtnerische, obstbauliche und landwirtschaftliche Kulturen sowie Naturtrachten bestäuben und dabei Erträge an Honig, Wachs, Bienengift und anderen Erzeugnissen erbringen können. Die Neustrelitzer Imker setzen sich für den Natur- und Landschaftsschutz und für den Erhalt der Artenvielfalt in Flora und Fauna ein. |
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Die Vereinsarbeit ist davon geprägt, Jungimker auszubilden und auch den Altimkern immer wieder neues imkerliches Wissen und Können zur Bienengesundheit, Bienenzucht und Bienenwanderung als auch zur Vermarktung der Produkte zu vermitteln. Natürlich vertritt der Imkerverein Neustrelitz e.V. seine Mitglieder über den Anschluss an den Landesverband der Imker Mecklenburg-Vorpommern e.V. sowie an den Deutschen Imkerbund e.V. in Rechts-, Versicherungs- und Steuerfragen. Er fördert die Zusammenarbeit mit der Honigerzeugergemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern e.V. |
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Zur Zeit betreuen 25 Imker des Imkervereins Neustrelitz e.V. insgesamt 252 Bienenvölker. 1989 gab es in Neustrelitz 93 organisierte Imker, die 1468 Stöcke pflegten. Aber die Talsohle ist offensichtlich durchschritten. Im Jahr 1999, dem 100sten der Imkervereinsgeschichte in Neustrelitz, konnten fünf Mitglieder wieder und neu gewonnen werden. |
Die Geschichte des "Imkerverein Neustrelitz e.V." beginnt im April des Jahres 1900. Darauf weist ein handschriftlicher Vermerk im "Protokollbuch für den Imkerverein 'Flora' Neustrelitz", das am 7. November 1931 eröffnet wurde, hin. In feinster Sütterlinschrift steht auf dem Innendeckel:
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Im Stadtarchiv Neustrelitz konnte ich die Spur weiter verfolgen. Am 23. Januar 1900 erschien in der "Neustrelitzer Zeitung": "Ein dringender Mahnruf an alle Imker in Mecklenburg-Strelitz." Darin heisst es:"Mit dem 1. Januar des Jahres ist das Bürgerl. Gesetz in Kraft getreten und es bestimmt im Artikel 833: "Wird durch ein Thier (Hausthier oder wildes Thier) ein Mensch getödet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt, oder eine Sache beschädigt, so hat derjenige, welcher das Thier hält, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen." Der Abschluss einer Haftpflichtversicherung wird angeraten mit dem Hinweis, dass die Versicherungs gesellschaften nur Imker-Vereinsmitglieder aufnehmen.
"Um den Imkern im südlichen Teil unseres Heimatlandes entgegenzukommen, werden in nächster Zeit in Neustrelitz und Feldberg je ein Bienenzuchtverein ins Leben gerufen werden", wird im "Mahnruf" weiter ausgeführt. Und es wird der Hoffnung Ausdruck verliehen: "Es ist alsdann wünschenswert, dass sich alle 5 Vereine als ein Landes-Bienenzucht-Verein zusammenfinden."
Einer Veröffentlichung vom 27. April 1900 in der "Neustrelitzer Zeitung" ist dann zu entnehmen, dass der Imkerverein Friedland mit 36 Mitgliedern und 438 eingewinterten Völkern im Kasten und 157 in Körben am 25. April eine Jahresversammlung abhielt. Zum Ergebnis wird berichtet:"Über den Beitritt an eine Haftpflichtversicherung wurde der Beschluss vorläufig noch ausgesetzt, dagegen ein Anschluss an den neu zu gründenden Mecklenburg-Strelitzer Haupt-Bienenzuchtverein abgelehnt".
Am 28. April 1900 erschien in der genannten Zeitung die Mitteilung: "Am 25 d.Mts fand im 'Hotel zum Deutschen Hause' hierselbst die erste Versammlung des am 17. März d.J. gegründeten 'Feldberger Bienenzuchtvereins' statt. Nach Begrüssung und Eröffnung der Versammlung und Verlesen des Protokolls über die am 17. v. Mts. stattgefundene Gründungsversammlung entwickelte sich über folgende Punkte eine lebhafte Beratung: Anschluss an einen grösseren Imkerverband, Vereinsstatut, Imkerzeitung, Haftpflichtversicherung. Während die Versammlung fast einstimmig davon Abstand nahm, über die ersten beiden Punkte schon jetzt feste Beschlüsse zu fassen und für richtiger fand, erst die Beschlüsse der auf den 28. d. Mts. in Neubrandenburg anberaumten Vorstandsversammlung abzuwarten, wurden die beiden letzten Punkte dahin gehend erledigt, dass als Vereins-Imkerblatt das hannoversche bienenwirtschaftliche Centralblatt gewählt und 20 Mitglieder ihre Bienenstände mit zusammen 260 Stock gegen Haftpflicht versicherten. .... Der Verein zählte bei seiner Gründung 24 Mitglieder und in der vorgestrigen Versammlung wuchs die Zahl derselben auf 30."
Am 3. Mai 1900 lesen wir in der "Neustrelitzer Zeitung" dann: "Neubrandenburg, 30. April. Vorgestern hatten sich .... die Vorstände-Mitglieder der Bienenzuchtvereine Neubrandenburg, Plath, Neustrelitz, Feldberg und Quadenschönfeld hier im Concerthaus zu einer Vorstandssitzung eingefunden. Der Friedländer Verein war nicht vertreten. Es wurde u.A. ausgeführt:'Im Frühjahr dieses Jahres sind drei neue Bienenzuchtvereine gegründet worden, und diese waren zu dem Anschluss an den Baltischen Zentralverein nicht zu bewegen, obgleich die beiden alten Vereine, der Neubrandenburger und der Plather, dahin gearbeitet haben'." Ein Woldegker Verein ist auch hier nicht erwähnt. Sodann kam man am 28. April 1900 in Neubrandenburg gemeinsam zu einem patriotischen Schluss:
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Am 28. April 2000, dem 100-jährigen Gründungstag des "Landes-Bienenzucht-Verein Mecklenburg- Strelitz" wurde zwischen der Stadtverwaltung Neustrelitz und dem Imkerverein Neustrelitz e.V. eine Vereinbarung abgeschlossen. Sie ist unterzeichnet vom Bürgermeister der Stadt, Herrn Rainer Günther, vertreten durch seinen Stellvertreter, Herrn Christian Butzki, und dem Vereinsvorsitzenden, Herrn Eberhardt Kleemann.
Die Vereinbarung beinhaltet die Übergabe von archivwürdigen Unterlagen über das Imkereiwesen im ehemaligen Grossherzogtum und Land sowie jetzigen Landkreis Mecklenburg-Strelitz an das Stadtarchiv Neustrelitz.
Im Interesse der Erhaltung und Pflege imkerlicher Traditionen wurden aus dem Fundus des Imkervereins bisher 35 Diarien, Ordner, Hefter und Mappen mit Aufzeichnungen von 1931 bis 1984 als auch Bücher und Filme zum Hinterlegungsgut. Inzwischen übergaben auch mehrere Privatpersonen imkereirelevante Archivalien.
Das Stadtarchiv verpflichtet sich:Unabhängig von den neu zugeführten Archivalien findet der Interessierte im Stadtarchiv Neustrelitz natürlich viele Dokumente und Spuren über das Imkereiwesen, die zu erschliessen eine Freude sein kann. Zur Zeit recherchieren zwei Kräfte im Rahmen von AB-Massnahmen in der "Neustrelitzer Zeitung ab 1900, dem Gründungsjahr der Imkervereine Neustrelitz, Feldberg und Quadenschönfeld nach Informationen über Bienen und Imkervereine. Aus 8 Jahrgängen konnten bisher insgesamt 186 Artikel und Anzeigen erschlossen werden. Über die Arbeit des Imkervereins Friedland wurde 19 mal, des Feldberger 16 mal, des Neustrelitzer 11 mal, des Stargarder 8 mal und des Neubrandenburger 7 mal berichtet. Ausserdem gibt es Nachweise über Imkervereine in Gross Nemerow, Mirow, Plath, Quadenschönfeld und Schwarz. Besonders aufschlussreich sind Angaben zur beruflichen Herkunft der Imker, zur Anzahl der gehaltenen Bienenvölker, die Nachweise der Faulbrut bei den Bienen und die teilweise kurriosen Vorkommnisse, verursacht durch Bienenschwärme, Berichte zur Einflussnahme der Regierenden auf die Bienenhaltung als auch die Anzeigen über Bienen, Honig und Wachs offenbaren Einblicke in die gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit.
Am 20. Oktober 2001 fand in der Windmühlenstadt Woldegk die 13. Vertreterversammlung des Landesverbandes der Imker Mecklenburg und Vorpommern e.V. (LIMV e.V.) statt. Die Organisation lag beim Imkerverein Woldegk e.V., insbesondere beim Vorsitzenden, Imkerfreund Herbert Sump aus Alt-Käbelich. Als Schirmherr fungierte der Landrat von Mecklenburg-Strelitz, Herr Bernd-Michael Kautz, der sich durch den 2. Beigeordneten, Herrn Fulge, vertreten lies.
Der Vorsitzende des Landesverbandes, Herr Wolf-Dieter Feldkamp, konnte in seinem Bericht als besonders erfreulich feststellen, dass es im Jahre 2000 gelungen war, 38 Jungimker zu gewinnen, im Jahre 2001 bereits 57. Interessant war die Mitteilung, dass es auf der Landesgartenbauausstellung in Wismar 2003 auch einen Bienengarten geben wird. Die Imkerschaft des Landes ist aufgerufen, sich durch Spenden für die Pflanzung von Lindenbäumen zu beteiligen.
Die Rahmenveranstaltung prägten zwei Vorträge aus der Region:
Unter den Ausgezeichneten dieses Jahres mit der Ehrennadel des Deutschen Imkerbundes e.V. befanden sich auch die Imkerfreunde Kobs, Krüger, Richter, Pross und Reimann aus dem Neustrelitzer Verein.
Mit einer Ausstellung von Bienenwohnungen, Imkereigerätschaften, regionaler Imkerliteratur sowie Echtem Deutschen Honig in der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz in der Kreisstadt Neustrelitz vom 27. September bis zum 18. Oktober haben wir in Vorbereitung der Landesvertreterversammlung in Woldegk versucht, die Tätigkeit der Imkerinnen und Imker verstärkt in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
Es berichtete Dr. Otto Lücke
Auf dem Olymp, mit 2911 m die höchste Erhebung Griechenlands, wähnten die alten Völker dieses Landes einst den Sitz ihrer Götter. Nach Homer war es der Sitz der Hauptgötter, des Zeus, seiner Gemahlin Hera und anderer.Hebe, Tochter des Zeus und der Hera, in der griechischen Mythologie auch als Göttin der "Jugendblüte" verehrt, diente der göttlich-königlichen Tafel auf dem Olymp als Mundschenkin. Sie verabreichte den Göttern Nektar und Ambrosia. Dem Brockhaus´Conversations-Lexikon von 1885 folgend wird in den Homerischen Gedichten im allgemeinen zwischen Nektar und Ambrosia nicht unterschieden. Bei den späteren Dichtern (einige Ausnahmen abgerechnet, wie Sappho, wo die Götter Ambrosia trinken, und bei Alkman, wo sie Nektar speisen) heisst dann Nektar der Göttertrank und Ambrosia die Götterspeise. Ein Sterblicher kann durch fortgesetzten Genuss von Nektar und Ambrosia oder dadurch, dass er als Kind mit Ambrosia gesalbt wird, Unsterblichkeit erlangen.
In Homers Ilias in der Übersetzung des Mecklenburgers, Johann Heinrich Voss, können wir im Vierten Gesang unter den Versen 1 bis 4 sodann lesen:
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Zu den Sehenswürdigkeiten unserer Stadt Neustrelitz gehört zweifelsohne der von Buttel um 1840 erbaute Hebetempel. Ein Zinkabguss nach dem Vorbild von Canova zeigt die Göttin der ewigen Jugend, in der rechten Hand einen Krug haltend, aus dem sie den Nektar ausschenkte, und in der linken eine Schale, mit der sie den Göttern Ambrosia kredenzte.
Das Internet und eine Abbildung in dem von Böttcher und Witzke im Jahre 2002 im Stadt-Bild-Verlag Leipzig herausgegebenen Bildband "Neustrelitz" geben uns die Hebestatue noch mit beiden Behältnissen, Krug und Schale, wider. Leider ist die Schale, wie die obige Aufnahme von Steffen Lücke von Weihnachten 2001 jetzt offenbart, inzwischen von Frevlern abgebrochen worden. Die Stadtväter sollten mal darüber nachdenken, sie wieder zu ersetzen!
Welcher Natur waren nun Trank und Speise der Götter, Nektar und Ambrosia, bei den alten Griechen? Wir kommen auf die Spur, wenn wir im Lexikon unter "Nektarien" nachsehen. So nennt man in der Botanik verschiedene drüsenartige Gebilde, Honigdrüsen, die einen zuckerhaltigen Saft absondern. Sie finden sich in zahlreichen Blüten und zwar gewöhnlich am Grund oder auf dem Blütenboden.Den Nektar aus den Blüten und Blumen zu sammeln, dazu bedurfte es der Honigbienen. Die Bienenzucht war dem zufolge auch schon den griechischen Altvölkern bekannt. Und sie wussten, den Honig aus den Bienenwaben herauszupressen und daraus durch Vergären Wein zu bereiten. Entzückt von der süssen Speise und dem berauschenden Getränk dankten sie ihren Göttern und gaben ihnen davon ab.
Einen wundersamen Vergleich der Wirkung des Honigs mit der Wirkung freier Rede erschliesst uns Johann Heinrich Voss noch in seiner Übersetzung des 247. Verses der Ilias von Homer im XII. Gesang:

In der griechischen Mythologie erschliesst sich uns ein Stück Geschichte der Imkerei. Somit lässt sich auch ein Bogen schlagen vom Hebetempel in Neustrelitz zur Honiggewinnung bei den alten Griechen.
Fährt man die Bundesstrasse B 98 von Neustrelitz in Richtung Neubrandenburg, liegen nördlich von Weisdin hinter dem Abzweig Hohenzieritz linker Hand die Hellberge. Dort oben setzten die Naturschützer von Mecklenburg-Strelitz einem der Ihren mit dem "Gotsmann-Stein" ein Denkmal. Ein Bild ist überliefert, das Walter Gotsmann, mit Wettermantel und grossem Hut bekleidet, von diesem Stein aus ins Land schauend zeigt. Und ganz in der Nähe bewirtschafte ich zur Zeit der Bienenwanderung immer wieder einmal meine Immen. Und jedes Mal keimt in mir die Frage, was wohl Walter Gotsmann mit den Honigbienen am Hut gehabt haben mag? Im Karbe-Wagner-Archiv in Neustrelitz suchte ich nach der Antwort.
Walter Gotsmann war Lehrer, Maler und Naturschützer, so charakterisiert seine Tochter, Hanna Maria Kallus-Gotsmann, die drei Aspekte seines Lebens. Über seine Kinderzeit erfahren wir von ihr, dass er im "Kosmos eines Landschulhaushaltes" aufwuchs, "zu dem vor allem die Bewirtschaftung des Schulackers, Viehhaltung mit Kuh, Ziege, Schwein und Federvieh gehörte, die Imkerei, der grosse Obstgarten, Organisation und Verwaltung des Schulholzes und vieles mehr". Seine Frau, Elisabeth Gotsmann-Arnold, beschreibt die Imkerei noch detailierter:" An dem sonnenblumenumstandenen, mit mehreren Stöcken belegten Bienenhaus im Garten konnte man stundenlang das Eintragen von Pollen und die Bestäubung der Blüten im Garten beobachten".
In einer Laudatio für Walter Gotsmann am 8.1.1961 zu seinem 70. Geburtstag schlussfolgert Annalise Wagner:"Aufgewachsen im Schulhaus zu Granzow bei Mirow, erlebt er in dörflicher Gemeinschaft den geschlossenen Lebenskreiszwischen Mensch, Tier, Feld und Wald. Die Vertrautheit mit der Viehhaltung, der Feld-und Gartenwirtschaft, Fischerei und Waldnutzung kommen ihm heute bei den ökonomischen Aufgaben unseres Agrarbezirkes zugute, wenn er als Landschaftspfleger eingreifen muss". A. Wagner liefert uns auch die Beweggründe, warum Walter Gotsmann seine Professionen als Zeichenlehrer und Maler aufgab; "da in den Kriegsjahren und Notzeiten nach dem Zusammenbruch die Natur zum reinen Ausbeutungsobjekt wurde und sich die Notwendigkeit ergab, für ihren Schutz einzutreten, legte der Maler schicksalsmässig Zeichenstift und Pinsel beiseite, weil er erkannte,dass es notwendiger sei, Bäume zu pflanzen und die Landschaft zu schützen und zu pflegen, als sie zu malen. Er übernimmt deshalb im Jahre 1947 ehrenamtlich den Posten eines Kreisbeauftragten für Naturschutz".
Ob der Schüler und spätere Seminarist Walter Gotsmann sich in der Dominallandschule Granzow oder in der seit 1899 zum Landschullehrerseminar Mirow gehörenden Seminarübungsschule Granzow aktiv mit der Bienenwirtschaft beschäftigte, kann bislang nur angenommen werden. Denn von H.-M. Gotsmann-Kallus wissen wir nur, dass es sich die Schüler "zur Ehre gereichen liessen", im Landschulhaushalt "Hand anlegen zu dürfen" und dafür auch einmal ein "Honigbrot" gereicht bekamen. Fritz Witte hielt in seiner Festschrift "Das Lehrerseminar in Mirow von 1820 bis 1920" fest, dass "theoretische und praktische Einführung in die Arbeiten, die zur Bienenzucht gehören", Bestandteil des seit 1905 für das Lehrerseminar geltenden Lehrpläne war.
Dass Walter Gotsmann ein Auge für die Bienen hatte, können wir seinem "Worpsweder Tagebuch" über Heinrich Vogelers Maler-Kommune entnehmen, in dem er unter dem 2. Oktober 1921 "Vogelers kleine Eigenstube" beschreibt. In einer Nische übersah er nicht "ein paar Bruchstücke von Bienenwaben" und dass man aus dem Fenster nach Süden "auf den Bienen-Stand sehen(kann), der dieser Seite dicht angebaut ist". Ob er Bienen und Imkerei jemals zum Gegenstand seiner Zeichnungen und Bilder erhob, konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Walter Gotsmann sammelte in seinem Leben ganz gewiss auch eigene Erfahrungen mit den Tieren, die ihren Stachel zu gebrauchen wissen. Das lässt sich aus einem Artikel über "Mecklenburger Regen- und Gewitterregeln" herauslesen, in dem er schreibt:"Am Bienenschauer darf man sich nicht sehen lassen, sonst hat man bald ein paar Stiche weg. Die Bienen fliegen aufgeregt hin- und her, machen kurze Flüge und kehren in grossen Scharen zurück". Halt! "Scharen" von Bienen? Das ist nicht die Sprache der Imker und Bienenväter! Ein solcher kann er nicht gewesen sein. Dafür konnten auch keine Hinweise gefunden werden.
Aber Walter Gotsmann war ein Förderer der Bienenkunde. Einem Zeitungsartikel mit der handschriftlichen Randnotiz:"Lztg 14.9.1950" (offensichtlich handelt es sich um die damalige Landeszeitung) unter der Überschrift "80000 Seidenraupen und ein gläserner Bienenkasten" ist zu entnehmen:"Die Arbeitsgemeinschaft "Heimatpflege" des Kulturbundes besichtigte das Entomologische Institut Kohlberg in Neustrelitz-Braunau. Auch über die Bienenzucht, ein zweites wichtiges Gebiet unseres wirtschaftlichen Wiederaufbaus, konnte man sich an dem "Gläsernen Bienenkasten" unterrichten. Man hätte stundenlang den fleissigen Honigträgern zusehen mögen. Eine elektrische Schalttafel belehrte über Alter und jeweilige Tätigkeit der einzelnen Bienen". Beim Aufbau der "naturkundlichen Bildungsstätte für die gesamte Bevölkerung" war Walter Gotsmann offensichtlich einer der Ideengeber.
Die Imkerschaft der Region Neustrelitz ist dem Naturschützer Walter Gotsmann insbesondere wegen seines Engagements zur Förderung der Bienenweide zu bleibendem Dank verpflichtet! Ein Schriftverkehr mit dem Dipl.Volkswirt Heinz Lippert aus Weissenberg/Sa. von Anfang 1950 macht deutlich, dass Gotsmann schon bald nach der Berufung zum Kreisbeauftragten für Naturschutz nach Argumenten für den volkswirtschaftlichen Nutzen "betr. Bienenweide" suchte. Dieser Lippert aus Sachsen antwortete ihm mit dem 3.3.50 unter anderem:"Wenn wir in Deutschland diese Möglichkeit, Bienenweide zu schaffen, ausnutzen, schätze ich auf eine Mehrernte von etwa 180 Milliarden Nahrungskalorien an Honig. Das wäre der Jahresbedarf von fast 150000 Menschen. Es verlohnt sich also schon diese Gelegenheit, Bienenweide zu pflanzen, nicht ungenutzt zu lassen".
Aus dem Dokument "Ein Beitrag zum Volkswirtschaftsplan" für das Jahr 1950, unterbreitet vom Kreisbeauftragten für Naturschutz, W. Gotsmann, geht hervor, dass er die Durchführung der Bodenreform aktiv begleiten wollte. Er schlug vor:"Siedlungen mit Hecken umgeben,mehr Obstbäume pflanzen, ein Netz von Bienenständen schaffen wegen der Bestäubung, Nistkästen und Vogelschutz". Die gleichen Aufgabenstellungen sah er für die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft im Ganzen. In einem Bericht vom 31.7.1951 "Anlass zur Baumpflanzaktion" schreibt Gotsmann:"Als aber im Winter 1950/51 dem Kreis zum ersten Male ein sehr starker Holzeinschlag auferlegt wurde,..... erhob sich die Forderung nach einer sofortigen Gegenmassnahme". Dann führt er das Ergebnis seiner Arbeit an:"Mehr als 18000 Bäume konnten sozusagen "aus dem Nichts" heraus beschafft und gepflanzt werden". Darunter befanden sich neben Kiefern, Birken, Eschen; Pappeln und Maulbeersträuchern die ausgesprochenen Bienenweidengehölze: 2000 Weiden, 300 Akazien, 42 Linden, 8 Kastanien. Ein "Akazienwäldchen" und ein "Gebüsch zur Bienenweide" werden ausserdem angeführt.
In den "Einzelheiten zum Arbeitsplan für die Naturschutzarbeit im Jahre 1952" werden unter den Schwerpunkten wiederum eine "Baumpflanzaktion 1952" als auch die "Schaffung von Bienenweiden und Maulbeerhecken" angeführt. Als "Beiträge zur Erfüllung des Fünfjahresplans" sieht Gotsmann die drei ersten Aufgaben in:
Auf Grund seiner Leistungen war Walter Gotsmann eine gesellschaftlich anerkannte Persönlichkeit über den Kreis Neustrelitz hinaus. Aus Dokumenten im Karbe-Wagner- Archiv ist ersichtlich, dass er aktiv im Kulturbund der DDR wirkte. Im Bezirk Neubrandenburg leitete er die "Fachschaft für Botanik und Dentrologie". Im Kreis Neustrelitz stand er der "Kreiskommission der Natur- und Heimatfreunde" vor.
Wenn sich Walter Gotsmann auch vornehmlich mit den Bereichen Botanik, Dentrologie und Ornithologie befasste und naturkundliche Führungen durchführte, bleibt festzuhalten, dass er in seinem Wirkungskreis auch einiges zur Förderung der Imkerei beitrug.
Die aktive Zeit der Arbeit mit den Bienen ist mit der Einfütterung bis Mitte September abgeschlossen. Dann wird noch Wachs eingeschmolzen. Alle Gerätschaften müssen gereinigt werden. Es beginnt die Auswertung des Bienenjahres hinsichtlich der Honig-und Wachserträge und der Bienengesundheit insbesondere. Natürlich muss auch überprüft werden, wie teuer dem Imker das Hobby der Bienenhaltung im laufenden Jahr wurde. Rechnet man die Arbeitsstunden nicht, bleibt auch ein kleiner Betrag über. Die Kundenpflege darf nicht vernachlässigt werden.
In den Herbst-und Wintermonaten treffen sich die Imkerinnen und Imker zu den notwendigen Vereins- und Verbandsversammlungen, um sich weiterzubilden und gemeinsam das vergangene Bienenjahr auszuwerten. Die Imkerinnen und Imker aus Mecklenburg-Vorpommern reisen auch gerne zu internationalen Kongressen. In diesem Jahr hatte der LUXEMBURGISCHE LANDESVERBAND FÜR BIENENZUCHT vom 26. - 29. September zum 82. Kongress deutschsprachiger Imker nach C l e r v a u x eingeladen. Dort trafen sich neben den deutschsprachigen Luxemburgern die aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Südtirol. Von den mehr als 700 Teilnehmern waren ca. 180 aus Mecklenburg-Vorpommern angereist. Das Thema: "Moderne Imkerei. Praxis - Perspektiven" beinhaltete spannende Angebote von Referenten der genannten Länder. Da ging es um moderne Betriebsweisen der Berufsimker. Praktiker verschiedener Zuchtrichtungen kamen zu Wort. Der Schutz der Bienenstände vor der Varroa-Milbe war ein brisantes Thema, die Genforschung an Bienenpflanzen heiss umstritten. Dann ging es natürlich auch um die Qualitätsanforderungen an den Honig und seinen Stellenwert in der modernen Ernährung. Besonders emotional wirkte der Vortrag "Imkerei im Einklang mit der Natur unter Einbeziehung der Jugend".
Natürlich lockten auch die Vor- und Nachkongressreisen nach Trier, Cochem und Bernkastel-Kuess mit Dampferfahrt auf der Mosel sowie ein Ausflug in die Hauptstadt Luxemburg.