Stadtgeschichte

Eigentlich ist Neustrelitz eine relativ junge Stadt, erst im 18. Jahrhundert gegründet. Ihre Wurzeln liegen aber viele Jahrhunderte früher im heutigen Stadtteil Strelitz-Alt. In einer "historischen Tafel" sollen Ihnen die wichtigsten Meilensteine der Stadtgeschichte dargestellt werden.

1278

Strelitz (heute Strelitz-Alt) wird als Dorf erwähnt

1283

Der heutige Stadtteil Fürstensee heisst Vurstenshe. Vermutlich ist es eine Burg der Markgrafen von Brandenburg.

1349

Strelitz wird durch Otto und Ulrich von Dewitz, Grafen zu Fürstenberg, zur Stadt erhoben.

1505

In Klein Trebbow wohnen 7 Bauern.

1575

Ein Grossfeuer vernichtet Strelitz.

1701

Herzog Adolf Friedrich II.-Begründer der Strelitzer Linie-erhält im Hamburger Erbvergleich das ehemalige Land Stardard und die Enklave Fürstentum Ratzeburg als Herzogtum Mecklenburg-Strelitz. Das sind mit ca. 2950 qkm 15 % von Mecklenburg. Die Stadt Strelitz wird Residenzstadt und es beginnt der Ausbau der Burg zum Residenzschloss.

1704

In der Stadt Strelitz lassen sich die ersten Juden nieder.

1710

Beginn des Baus des "Neuen fürstlichen Hauses" bei der Meierei Glienecke am Zierker See als Jagdschloss.

1712

In der Nacht vom 24. zum 25. Oktober brennt das Schloss in Strelitz. Der Wiederaufbau bzw. ein Neubau scheitert. Die herzogliche Familie wohnt zeitweise auf mehreren Landsitzen.

1721

Der Tiergarten (ca. 48 ha gross) wird als waldartiger Park mit Damwildhaltung angelegt.

1726

Beginn des Aus- und Umbaus des Jagdschlosses am Zierker See zum neuen, barocken Residenzschloss und Anlage des Schlossgartens durch den zum Baumeister deklarierten Kunstgärtner Julius Löwe aus Braunschweig. Dieser entwirft auch den Plan für eine neue Residenzstadt. Einige Häuser entstehen bereits. Das Schloss ist 1731 fertiggestellt.

1733

Am 20. Mai erfolgt der Gründungsaufruf zum Aufbau der Stadt Neustrelitz als neue Residenzstadt. Den Bauwilligen werden zahlreiche Vergünstigungen zugesichert.

1752

In Neustrelitz wohnen 269 Familien.

1755

Landesgrundgesetzlicher Erbvergleich. Es entsteht die ständische Verfassung beider Mecklenburger Staaten bis 1918. Sie galt als rückständigste Verfassung aller deutscher Kleinstaaten. Bau der Orangerie durch Martin Seydel im Zeitgeschmack.

1759

Erstes Stadtreglement für Neustrelitz, gültig bis 1912.

1763

Bau der Synagoge der jüdischen Gemeinde in Strelitz-Alt.

1768

Beginn des Baus der Stadtkirche nach Plänen des herzoglichen Leibmedicus Dr. Verpoorten. Am 29. Juli ist die Grundsteinlegung. Wegen Geldmangel verzögert sich die Fertigstellung. Die Kirche wird als unverputzter Rohbau und ohne Turm am 4.11.1778 eingeweiht.

1769

Der regierende Herzog bewilligt eine Lotterie zum weiteren Bau der Stadtkirche.

1775

Ankauf eines Bürgerhauses am Markt. Es wird das Gerichts-, Stadt- und Rathaus. Als öffentliches Gebäude erhält es einen spitzen Turm mit Uhr. Beginn des Umbaus des Reithauses zum Theater(Fertigstellung 1778).

1795

Stiftung des Gymnasiums durch Herzog Carl.

1800

Neustrelitz hat 292 Häuser und 3614 Einwohner.

1810

Am 19. Juli stirbt Luise, Königin von Preussen und Herzogin zu Mecklenburg, erst 34-jährig im Schloss Hohenzieritz. Sie begründete die kulturelle Ausstrahlung Preussens auf Mecklenburg-Strelitz.

1815

Auf dem Wiener Kongress werden beide Mecklenburg zu Grossherzogtümern, die Landesherren zu Grossherzögen erhoben.

1821

Berufung von Friedrich Wilhelm Buttel auf Empfehlung K.F. Schinkels zum Baumeister, später Landesbaumeister. Buttel wirkte fast 50 Jahre in Neustrelitz.

1843

Der Kammerkanal, ein Unternehmen des Strelitzer Kammer-und Forstkollegiums, wird in Betrieb genommen.

1846

Gründung eines Gewerbevereins.

1848

Daniel Sanders gibt vom Juli 1848 bis März 1849 die "Blätter für freies Volkstum", eine Wochenschrift, heraus.

1848

Am 7. September gab es einen Demonstrationszug zum Neustrelitzer Schloss. Gewählte Sprecher überbrachten dem Grossherzog Georg die wichtigsten Forderungen wie Wahl-und Pressefreiheit und Entlassung einiger mißliebiger Minister.

1857

Am 23. Juni wird dem Kaufmann A. Saefkow aus Anklam die Konzession zum Aufbau einer Gasfabrik erteilt.

1860

Gründung der Realschule in der Tiergartenstrasse und Errichtung des "Carolinenstifts" als Krankenhaus in der Georgstrasse.

1875

Einrichtung von Standesämtern. Am 2. Juli findet die Einweihung der Katholischen Kirche statt.

1877

Am 1.Dezember findet die Inbetriebnahme der Nordbahn Berlin-Stralsund statt.

1890

Bau der Mecklenburgischen Friedrich-Wilhelm-Eisenbahn (MFWE) mit der Strecke Neustrelitz-Wesenberg-Mirow, später auch nach Wittstock, Woldegk und Feldberg.

1890

Max Hittenkofer sen. zieht von Buxtehude nach Altstrelitz und gründet dort eine Baufachschule, das "Technikum".

1894

Der Magistrat beschliesst den Bau eines Schlachthauses. Es wird 1897 in Betrieb genommen.

1894

Erstes gedrucktes Adressbuch für Neustrelitz.

1902

Neustrelitz erhält Wasserleitung und Kanalisation.

1905

Beginn des Erweiterungsbaus des Schlosses. Der westliche Teil mit Innenhof und Schlossturm wird neu gebaut. Vorbild ist der Eosandersche Turm des Schlosses Charlottenburg/Berlin. Fertigstellung 1909.

1907

Gründung einer Volksbibliothek in der Seestrasse 20.

1918

Novemberrevolution - Ende des Kaiserreiches und der Monarchien in Deutschland.

1919

Bildung des Freistaates Mecklenburg-Strelitz mit eigener Verfassung, Regierung und Landtag. Neustrelitz wird Landeshauptstadt. Das Schloss wird Sitz des Landtages, des Landesmuseums, der Landesbibliothek und des Archivs.

1923

Neustrelitz erhält elektrische Energie aus einem eigenen Kraftwerk.

1924

Das Theater brennt total ab. Die Ursache bleibt ungeklärt.

1925

Am 12. Juni findet die Einweihung des Gymnasium "Carolinum" am Glambecker See statt. Es wurde erbaut durch den Ministerialrat Schondorf.

1926

Es beginnt der Theaterneubau durch Prof. M. Littmann(München).

1927

Bau der Hafenbahn zum Zierker See

1931

Eingemeindung der Stadt Strelitz nach Neustrelitz als Stadtteil Strelitz-Alt.

1934

Das Gesetz über die Vereinigung von Mecklenburg-Strelitz mit Mecklenburg- Schwerin tritt am 1. Januar in Kraft. Es entsteht der Gau Mecklenburg mit der Gauhauptstadt Schwerin. Der Freistaat Mecklenburg-Strelitz verliert seine Existenz. Dem Kreis Strelitz wird per Gesetz die Bezeichnung "Kreis Stargard" beigelegt. Neustrelitz wird kreisfreie Stadt. Der Sitz des Kreises bleibt in Neustrelitz.

1938

Progromnacht vom 9./10. November.Die Synagoge in Strelitz-Alt wird abgebrannt.

1945

Am 29./30. April marschieren die sowjetischen Truppen in Neustrelitz ein. Strelitz-Alt wird durch Kampfhandlungen und Brandstiftung zu 85% zerstört. In Neustrelitz gehen das Schloss, ein Pavillon, das Theater, das alte Palais, das Kollegiengebäude und einige Häuser am Markt durch Brandstiftung verloren.

1945

Bildung des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Neustrelitz ist Kreisstadt.

1952

Es erfolgt die Bezirksbildung. Aus Mecklenburg-Vorpommern werden die Bezirke Rostock, Schwerin und Neubrandenburg. Der Kreis Neustrelitz mit ca. 1250 qkm und Neustrelitz als Kreisstadt entsteht. Bis 1960 ist die Stadt Sitz des Rates des Bezirkes.

1954

Neubau und Wiedereröffnung des Theaters als "Friedrich-Wolf-Theater".

1966

Umsiedelung des Verfassers dieser Homepage von Halle(Saale) nach Neustrelitz.

1983

250-Jahr-Feier von Neustrelitz.

1988

Städtepartnerschaft mit Schwäbisch Hall in Baden Württemberg.

1990

Neugründung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

1993

Nach 48 Jahren verlassen im August die sowjetischen Streitkräfte die "Garnisonsstadt" Neustrelitz.

1994

Ab Juni hat die Bezeichnung Kreis Mecklenburg-Strelitz Gültigkeit.

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