"Texas-Carl"


Eigentlich heißt er "Friedrich Carl Ludwig Georg Alfred Alexander Prinz zu Solms-Braunfels" oder kürzer: Carl zu Solms-Braunfels. Was hat er nun mit Neustrelitz zu tun? Er wurde hier am 27.Juli 1812 als Sohn der Friederike von Mecklenburg-Strelitz geboren. Und die war bekanntlich die Schwester von königin Luise.
Nicht lange nach seiner Geburt verstarb sein Vater. Kurz danach ging seine Mutter eine neue Liason ein, die sie nach England führte. Der kleine Carl aber verblieb bei seinem Opa in Neustrelitz. Hier verbrachte er seine Kindheit und frühe Jugend.
Über seinen Dienst als preußischer Offizier führte ihn sein Weg weiter nach Österreich ebenfalls in den Militärdienst.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts herrschte in Deutschland überall große Armut. Eine breite Auswanderungswelle nach Amerika setzte ein. Und hier kommt Carl zu Solms-Braunfels wieder ins Gespräch.
1844 wurde in Mainz der "Verein zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas" gegründet, kurz als "Mainzer Adelsverein" bezeichnet. Hier war Carl Gründungsmitglied. Carl nahm sich Urlaub vom Armeedienst und reiste als erster Generalkommissar des Vereins nach Texas. Im Verlaufe seiner Tätigkeit dort kam es zur Gründung der Stadt New Braunfels. Carl war geschäftlich nicht sehr begabt, besaß eine aristokratische Überheblichkeit und führte ein aufwendiges Leben. Das führte zwangsläufig zu Problemen und Carl kehrte nach Deutschland zurück. Er starb 1875 auf seinem Schloß Rheingrafenstein bei Kreuznach.
New Braunfels hat sich in der Folgezeit zu einer mittleren Stadt mit heute reichlich 50000 Einwohnern entwickelt. Fast ein Viertel davon hat deutsche Wurzeln.


(Quelle: Helmut Borth)

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