Wilhelm Riefstahl


Riefstahl war ein bekannter Künstler des 19. Jahrhunderts, der wegen des Aufkommens moderner Kunstrichtungen und dem damit verbundenem Wandel des Kunstgeschmacks heute weniger bekannt ist. Als Zeichner und Lithograf schuf er Werke, die auch heute noch unsere volle Aufmerksamkeit verdienen.

Am 15. August 1827 wurde er als Sohn eines Schnürleibchenmachers in Neustrelitz geboren. 1843 ging er nach Berlin in die Werkstatt des bekannten Lithografen Gropius. Gleichzeitig nahm er Unterricht an der Akademie der Künste. 1847 wurde er von Franz Kugler zur Mitarbeit am Handbuch der Kunstgeschichte herangezogen. Mitte der 50 er Jahre widmete er sich der Ölmalerei mit Landschaftsmotiven aus Norddeutschland. Sein Gemälde "Strandpredigt" bezeichnete den künftigen Weg Riefstahls, die Hinwendung zu religiösen Themen und zur Malerei.

1860 heiratete er seine Neustrelitzer Cousine Christiane. Das Ehepaar Riefstahl pflegte Bekanntschaften mit der Pianistin Clara Schumann und anderen künstlerischen Persönlichkeiten dieser Zeit. Ab 1861 reiste Riefstahl regelmässig nach Tirol und Italien. Die Alpenwelt und die Bergbauern waren fortan die Thematik seiner immer monumentaler werdenden Ölgemälde. 1865 besuchte er Neustrelitz. Hier entstand das Gemälde "Zigeuner vor der Fasanerie".

1866 erfolgte die Übersiedlung von Berlin nach Karlsruhe. Er er hielt dort die Ernennung zum Professor an der dortigen Kunstakademie, wurde 1874 ihr Direktor. Ab 1870 wurde er schlagartig auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die letzten 10 Jahre seines Lebens verbrachte er in München. Dort verstarb er am 11. Oktober 1888.


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