Von der Glambecker zur Strelitzer Strasse

Wir beginnen unseren nächsten Rundgang wieder am Markt und wenden uns der Glambecker Strasse zu.
Linkerhand fällt uns sofort das wunderschön restaurierte Jugendstilhaus (1) (Glambecker Strasse 3) auf.
Gegenüber liegt das Geburtshaus (2) des Malers Prof. Wilhelm Riefstahl (Nr.34). 1840 bis 1850 wohnte im Haus Nr. 29 (4), unser Bild, Adolf Glasbrenner mit seiner Ehefrau Adele Peroni, die als Schauspielerin am Hoftheater engagiert war.
Wieder auf der linken Strassenseite liegt das Gebäude des alten "Carolinum" (3). Es wurde in den Jahren 1803 bis 1806 errichtet. Berühmte Schüler dieses Gymnasiums waren u.a.:
  • der Maler Wilhelm Riefstahl,
  • der Troja-Entdecker Heinrich Schliemann,
  • der Sprachgelehrte Daniel Sanders,
  • der Naturwissenschaftler Prof.Dr. Karl Kraepelin,
  • der Begründer des "Max-Planck-Institutes für Psychiatrie" Prof.Dr. Emil Kraepelin.
Der Rezitator Carl Kraepelin wohnte im Haus Nr. 14 (5). Durch seine Rezitationen wurde der Dichter Fritz Reuter berühmt.
Wir verlassen die Glambecker Strasse und biegen nach rechts in die Louisenstrasse ein. Der Glambecker See ist zu sehen. Dominierendes Gebäude ist das dem Glambecker See gegenüberliegende Gebäude des "Neuen Carolinums (6). Es wurde 1925 erbaut. 1945 belegten es die sojetischen Streitkräfte bis zu ihrem Abzug. Danach wurde es restauriert und 1997 seiner Bestimmung übergeben. Während der Belegung durch die sowjetischen Streitkräfte bedand sich darin auch ein Magazin, im Volksmund "Russenmagazin". In diesem durften fast immer auch deutsche Bürger einkaufen. Es passierte schon, dass beim Kauf einiger Flaschen "guten Bieres" man auch eine Dose russischen Fischa mitnehmen musste. Aber der war garnicht schlecht. Elektronische Kassen kannten die Verkäuferinnen nicht, aber dafür beherrschten sie den Abakus perfekt.
Wir gehen rechts weiter in die Friedrich-Wilhelm-Strasse. Die Nr. 36 (8) ist das Logenhaus der Freimaurerloge "Georg zur wahren Treue". Erbaut wurde es 1910. 1996 wurde es saniert und seiner ursprünglichen Bestimmung wieder übergeben. In der DDR wurde das Gebäude vom Grosshandelskontor Technik für den Vertrieb von Elektroartikeln genutzt. Der Logensaal war als Vorführraum für Beleuchtungskörper eingerichtet.
Auf einem freien Platz in der Marienstrasse erinnert ein Mahnmal (9) an die Opfer der Naziherrschaft.
Weiter geht es vorbei am neuen Gebäude der Sparkasse Mecklenburg-Strelitz (10) in die Strelitzer Strasse.
Am Kreisverkehr gelegen sehen wir die 1875 als dritte katholische Kirche in Mecklenburg gebaute Pfarrkirche St. Marien.
Gleich neben der Sparkasse befindet sich in der Strelitzer Strasse die einstige Kaserne (11). Sie ist erbaut aus gelben Backstein mit Motiven von englischer Gotik unter Verwendung von Terrakotta. Der Komplex wird heute als bedeutendes Einkaufszentrum "Husarenmarkt" genutzt.
Die Strelitzer Strasse, zum grössten Teil Fussgängerzone, hat sich in den letzten Jahren zur Bummelmeile entwickelt. Wir gehen weiter bis zum Markt, um dort unseren nächsten Rundgang anzutreten.

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