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Wir gehen vom Markt in die Schlossstrasse in Richtung SchlossgartenSie ist eine der ersten Strassen in Neustrelitz. Ihre Anwohner waren vorwiegend Adlige. Für das Haus Nr.5 sind im Adressbuch von 1935 z.B. folgende Einwohner verzeichnet:
- v.Heyden, Marie,geb. v.Bülow,
- Blumenthal, Hans, Graf, Oberstleutnant a.D.,
- Karls, Emma, Köchin,
- Gäthke, Minna, Wildmeister-Witwe,
- Güldenpfennig, Grete, Hausmädchen,
- Pittius, Fritz, Polizei-Assistent.
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Das Haus Nr.2, die heutige Kreismusikschule (1) wurde für den Bruder der Königin Luise, Prinz Ernst, umgebaut. Es ist heute noch in vielen Teilen erhalten. Im 1. Obergeschoss befindet sich ein Konzertsaal (Hertelsaal).
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Das Haus Nr.3 wurde ebenfalls von Buttel erbaut. Heute beherbergt es das Museum der Stadt und das Karbe-Wagner-Archiv (2)
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Das schöne Gebäude auf der gegenüber liegenden Strassenseite war bis 2000 das Gebäude der Deutschen Post (3). Sehr zum Ärger der Bevölkerung wurden hier und die weiteren Poststellen in Neustrelitz geschlossen, sodass es heute nur eine Post im "Husarenmarkt" in der Strelitzer Strasse gibt. Das Gebäude selbst wurde 1902/03 erbaut. Zwei klassizistische Häuser mussten dabei dem Postneubau weichen. Eine Münzprägestätte des Herzogtums befand sich von 1749 bis 1795 auf dem Hof der Post. Gegenüber das bereits oben erwähnte Haus Nr.5. Hier wohnte die Familie des Widerstandskämpfers vom 20. Juli 1944 Hans-Jürgen Graf von Blumenthal.
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An der Ecke Schlossstrasse/An der Promenade liess Grossherzog Georg für seine Tochter Herzogin Caroline, geschiedene Kronprinzessin von Dänemark, im Jahre 1850 durch Buttel im Tudorstil das "Carolinen-Palais" errichten. Schön ist der neugotische Erker des Gebäudes. Das nebenstehende Bild zeigt einen Blick in die Schlossstrasse in Richtung Markt.
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Das neben dem Carolinen-Palais liegende Gebäude wurde 1899 als "Mecklenburgisch-Strelitzsche Hypothekenbank" erbaut. Es ist m.E. mit das schönste Gebäude der Stadt. Bis 1993 wurde es als Bankgebäude genutzt und zur Zeit steht es leer. Vor der Wende beherbergte es eine Filiale der "Staatsbank der DDR". Das Gebäude ist innen genau so schön wie von Aussen. Marmor und edle Hölzer bestimmen das Interieur.
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Wir gehen zurück und überqueren die Schlossstrasse. Dem Carolinen-Palais gegenüber finden wir das 1998 neu erbaute Landesbesoldungsamt (5). Kurz vor der Töpferstrasse finden wir das ehemalige "Basewitzsche Palais" (9). Von 1842 bis 1920 war es Sitz der Grossherzoglichen Bibliothek. Bis 1989 wurde es von den Sicherheitsorganen der DDR genutzt. An diesem Gebäude wird zur Zeit saniert.
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Wir biegen in die Töpferstrasse ein und sehen gleich rechts das ehemalige "kleinste Landgericht Deutschlands" (8). Nach Plänen von Buttel 1866 erbaut, 1997 neu hergerichtet, ist es heute Sitz des Amtsgerichtes.
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Gegenüber finden wir das Gebäude der ersten "Ersparnisanstalt" (10) von 1826, dem Vorläufer der heutigen Sparkasse.
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Wir überqueren die Tiergartenstrasse hinüber zur Hertelstrasse, die zum Schlossberg führt. Gleich an der Ecke steht das 1850 erbaute und 1874 erweiterte "Marien-Palais" (11). Es war früher der Witwensitz der Grossherzogin. Später wurde es als Schulgebäude, in der DDR "Erweiterte Oberschule" und danach Gymnasium bis zur Einweihung des neuen Carolinum, genutzt.
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Daran schliesst sich Buttel`s Meisterwerk - die Schlosskirche - an (12). Die kreuzförmige, einschiffige Saalkirche mit zwei seitlichen Emporen und einer freitragenden Decke sowie der Grünberg-Orgel über der Eingangsempore wurde von 1854 bis 1859 erbaut. Für die reich verzierte Fassade entwarf Buttel über 300 verschiedene Formsteine, über dem Eingang an der Westfassade die grosse Rosette mit dem Christuskopf. Die zwölf Kreise stellen die 12 Jünger dar. Auf Konsolen und unter Baldachinen stehen 4 Apostel aus Terrakotta, entworfen von Buttel und modelliert von Albert Wolff.
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Die Hertelstrasse weiter hinauf kommen wir zum eigentlichen Schlossberg. Hier stand bis 1945 das Residenzschloss der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz. Vom Brand verschont, steht heute noch ein klassizistisches Kavaliershaus (13). Es wurde gemeinsam mit dem Schloss erbaut. Um 1830 erfolgte durch Buttel ein Umbau. Das Gebäude wurde in der Vergangenheit durch das ehemalige Krankenhaus. u.a. als Entbindungsstation, genutzt.
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Gegenüber befindet sich das "Hirschportal" (14). Es war einst Eingang zum Tiergarten. Weiter die Hertelstrasse vorbei am Probenhaus des Theaters kommen wir zum "Hobehaus" (15). Früher wurde es "weisses Herrenhaus" genannt und ist eines der ältesten historischen Gebäude. Erbaut wurde es 1740 von Oberst v. Chassot. Heute dient der Rokokosaal als stilvolles Standesamt.
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Gegenüber liegt das Theater (16). Aus dem Umbau des 1755 bis 1758 erbauten Reithauses entstand 1775 das "Komödienhaus". Es wurde 1924 durch einen Brand völlig zerstört. Bereits 1926 bis 1928 wurde es nach Plänen des Münchener Proffessors Littmann neu erbaut. 1945 wurde es abermals ein Raub der Flammen. Nach dem Neuaufbau erfolgte 1954 die Wiedereröffnung als "Friedrich-Wolf-Theater Neustrelitz". Seit 1992 trägt es den Namen "Landestheater Mecklenburg".
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Hier endet nun dieser Spaziergang. Doch noch ein paar Worte zum Schlossgelände. Ein Wiederaufbau des Schlosses war öfters im Gespräch, wird aber als illusorisch eingeschätzt. Das Gelände soll aber so gestaltet werden, dass an das ehemalige Residenzschloss erinnert wird und eine Nutzung für kulturelle Zwecke erfolgen kann. Darum bemüht sich besonders der Residenzschlossverein Neustrelitz e.V.
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